12 GUT FÜRS KLIMA SIEGEN-WITTGENSTEIN Die Frühlingssonne lacht am Himmel. Aber um Hitzesommer muss sich die Hauptschu- le in Rudersdorf jetzt nicht mehr so viele Sorgen machen, wie noch vor drei Jahren: Die großen Bäume, die den umgestalteten Schulhof inzwi- schen prägen, spenden wohltuenden Schatten. Den Anstoß zu der Umgestaltung gab die Kli- mawirkungsanalyse vom Kreis Siegen-Wittgen- stein, erzählt Wilnsdorfs Klimaschutzmanager Henner Heide. Nachdem er darin gesehen hatte, dass insbesondere die Hauptschule in Rudersdorf sowie die Realschule Niederdielfen stark von Hit- ze betroffen sind, machte er sich an einem Som- mertag selbst auf den Weg, um die Oberflächen- Temperaturen vor Ort zu messen. An einigen Stellen der Schulhöfe stellte Heide bis zu 70 °C fest. Auch die Lehrkräfte meldeten ihm zurück: „Die Hitze in den Klassenzimmern merken wir jetzt schon.“ Damit war klar: Es musste sich et- was verändern. Gemeinsam mit Tillmann Henrich, dem Leiter des Zentralen Gebäudemanagements der Ge- meinde Wilnsdorf, und Svenja König, Fachdienst- leitung Schule, ging er an die Arbeit. Ihr Auftrag: eine Bewerbung für das Förderprogramm „Coole Schulhöfe für Nordrhein-Westfalen“ auf die Beine zu stellen, und das mit Beteiligung der Schule. An einem Aktionstag konnten die fast 300 Schüler- innen und Schüler eigene Ideen einbringen. Mit einem Landschaftsplaner wurde ein Konzept ent- IMPRESSUM Herausgeber: Kreis Siegen-Wittgenstein / Der Landrat Koblenzer Straße 73, D-57072 Siegen Tel. 0271 333-0 presse@siegen-wittgenstein.de www.siegen-wittgenstein.de Redaktion: Torsten Manges (V.i.S.d.P.), Adrián Alonso Álvarez, Manuel Freudenstein, Jana Göbel, Kevin Köhler, Hannah Benner Fotos: Titel: Kreis Siegen-Wittgenstein, stock.adobe.com Gemeinde Wilnsdorf S. 2: Kreis Siegen-Wittgenstein S. 3: Möbelhaus Leber S. 4-5: Kreis Siegen-Wittgenstein S. 6-7: Julian Pape, DWD (bearbeitet durch LANUK NRW (2026)) S. 8: Christa Hees S. 9: (c)Klima-Bündnis Services / Felix Krammer S. 10: privat, Marc Sonneborn, Provinzial S. 11: Kreis Siegen-Wittgenstein S. 12: Gemeinde Wilnsdorf Gestaltung: Verena Schmidt, Jasmin Benfer / Vorländer, Siegen Druck: Vorländer, Siegen „ Eine ganz andere Aufenthaltsqualität“ Schulhof-Entsiegelung der Hauptschule Rudersdorf/ Wilnsdorf Früher Heute wickelt. Wichtig waren den Beteiligten dabei die Verwendung von Naturmaterialien und eine Multi- funktionalität. So fungieren zum Beispiel die ange- brachten Robinien-Stämme als Sitz- aber auch als Balancier-Gelegenheit in den Pausen. Das Kon- zept hatte Erfolg: Dem Projekt wurde vom Lan- desamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz eine 100-Prozent-Finanzierung zugesprochen. Der Basketballkorb auf grauem Pflaster wich einem offenen Platz mit hellbraunem Perlkies, neuen Bäumen und einer Grauwacke-„Arena“, die in den Pausen als Sitzgelegenheit dient, aber auch als Freiluft-Klassenzimmer genutzt wer- den kann. Rasenflächen direkt am Schulgebäu- de verwandelten sich in Beete mit Stauden, die neben den Klimaeffekten auch zur biologischen Diversität beitragen. Um den Schulgarten und die Kräuterspirale kümmert sich die Schulgarten AG, die Schülerinnen und Schüler „sind da ganz motiviert“, berichtet Svenja König. Auch zahl- reiche neue Bäume wurden gepflanzt, sie sind besonders hitze- und trockenheitsresistent und spenden ganz nebenbei Schatten. „Es geht aber nicht darum, eine Art Dach über dem Schulhof zu schaffen. Es soll bewusst auch weiterhin Sonnen- flecken geben“, erklärt Heide. Doch auch wenn das Projekt inzwischen ab- geschlossen ist, spürt man immer noch den frischen Wind und das verstärkte Umweltbe- wusstsein, die es an die Schule gebracht hat. So erzählt Hausmeister Thomas Velten von Schüler- innen und Schülern, die Nistkästen angebracht haben. Auch Fledermauskästen seien geplant. Außerdem bereits in Planung: Ein ähnliches Projekt an der Realschule Niederdielfen. Dort wolle man sogar noch einen Schritt weiter ge- hen, so Heide, und etwa Retentionsmulden an- legen, die Regenwasser zurückhalten und damit die Kanalisation entlasten können. Auch hier wird die Schülerschaft in den Prozess mit einbezogen: „Die Schülerinnen und Schüler haben ein Bewer- bungsvideo gedreht, in dem sie die aktuellen Pro- bleme, aber auch Wünsche und Ideen geäußert haben. Das kam gut an, auch beim Förderträger.“ Das sei ihnen auch wichtig gewesen, denn „der Schulhof ist ein Ort, an dem man viel Zeit seines Lebens verbringt und eine gelungene Umgestal- tung kann für eine ganz andere Aufenthaltsquali- tät sorgen.“ Neben den positiven Klima-Effekten sei die Investition in die Schulen ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung an die Schülerinnen und Schüler.